ESC 2011

Was war da denn los meine sehr verehrten Damen und Herren? Man weiß es nicht. Zumindest wenn ich mir die Votingergebnisse anschaue.
Eigentlich bin ich für diese Veranstaltung nicht zu haben. Doch in den vergangenen Jahren gab es ja immer wieder Ausreißer, die das Programm in meinen Augen zwar nicht direkt aufwerteten, doch es wesentlich interessanter gestalteten. Ob Stefan Raab, Gildo Horn oder Lordie. Doch Lena eroberte letztes Jahr auch mein Herz. Nicht nur durch ihre Musik, vielmehr durch ihr flippiges/verücktes Auftreten. So fieberte ich natürlich auch bei der Punktevergabe mit und freute mich wohl mit vielen anderen als Lena den Titel gewann und die Veranstaltung nach Deutschland holte.
So kommen wir also zum gestrigen Abend. Was war das den für ein geiler Opener. Das Traumtrio Rakers, Engelke und Raab harmonierten wunderbar miteinander und spielten sich gegenseitig die Bälle zu. Als Raab sich dann die Gittare umschnallte und den ersten Akkord anstimmte, quer über die Bühne rannte und dann die Big Band loslegte, sorgte schon für eine kleine Gänseheut bei mir. Die Eröffnung war einfach Grandios und die Bühne ein wahres Kunstwerk.
Musikalisch wußte ich überhaupt nicht worrauf ich mich einließ, denn das ganze Vorgeplenkel zum ESC ging völlig an mir vorbei. Einzig das Lied welches Lena sang, kannte ich bereits aus dem Radio. Allerdings plättscherte es immer im Hintergrund herunter und konnte nie meine Aufmerksamkeit gewinnen. Es ist einfach zu ruhig und passte irgendwie nicht zu ihr. Doch bevor wir zu dem Auftritt von Lena kommen gehen wir mal alle Künstler durch.
1.Finland:
Finland war für mich einer der Top-Favoriten. Zwar sehr weichgespült und spartanisch, aber musikalisch wirklich top und der Song hatte eine Aussage. Auch keine übertriebene Show, so das man sich voll auf das Lied und den Künstler konzentrieren konnte. Dieser wirkte zwar etwas einsam auf der großen Bühne aber irgendwie ging mir der Auftritt doch ans Herz.

2.Bosnien:
Zwar auch kein Lied zu dem man abfeiert, aber dieser Song hatte einfach Rythmus, einen schönen Refrain und zeigte wie man Musikarten miteinander kombiniert. Obwohl sich der Sänger bei seiner Kostümauswahl wohl vergriffen hatte und in den Sammelbehälter der Altkleidersammlung gegriffen hat.

3.Dänemark:
Auch wieder etwas weich, aber Aufgrund des eingängigen Refrains und der Aussage im Text hätte ich wetten können das dieser Beitrag gewinnen wird.

4.Litauen:
Aufgabenstellung verfehlt. Setzen, sechs! Litauen kam mit einer herzerwichenden Ballade daher die in jeden Disneyfilm gepasst hätte, aber nicht zum ESC 2011. Bei diesem Song sah ich immer Bambi wie er um seine tote Mutter trauert. Für mich völlig am Thema vorbei obwohl man von der musikalisch Darbietung nicht meckern kann

5.Ungarn:
In meinen Augen ein Top Beitrag. Modern, rythmisch und ein eingängiger Refrain. Dazu der passende Gesang. Aus meiner Sicht hatte dieser Titel gute Chancen den ersten Platz zu machen.

6.Irland:
Die beiden hüpfenden Klobürsten auf Pille boten eine popige Nummer dar, die einem im Kopf bleibt und damit meine ich nicht nur den durchgeknallten Auftritt. Auch Irland rechnete ich wie viele andere auch große Chancen auf den Sieg zu.

7.Schweden:
Der Song ging mir auch irgendwie ins Blut. Zwar wirkte der Auftritt wie aus der ner x-beliebigen Castingshow und es war einfaches Popgedudel wie man es kennt, doch der Refrain blieb hängen.

8.Island:
Island kam auch mit einer sehr popigen Nummer daher. Beim Auftritt hatte ich das Gefühl eine dunkelhaarige Barbie springt zusammen mit den verjüngten Backstreetboys über die Bühne. Zwar sehr eingängig der Song, doch auch irgendwie fehl am Platz beim ESC.

9.Grichenland:
Das ging ja mal überhaupt nicht! Was Griechenland hier präsentierte war fü mich musikalisch der Reinfall des ganzen Abends. Bei diesem Beitrag passte einfach nichts zusammen. Der Grundgedanke griechische Folklore mit moderner Musik zu mixen mag ja schön sein, aber dann sollte es auch gut gemacht sein. Dieses Kunstwerk hatte weder einen zusammenpassenden Rythmus, noch Ohrwurm-Potential und war zudem noch grottig vorgetragen. Zumindest vom rapenden Part.

10.Russland:
Die Russen schickten eine Mischung aus James Dean und Backstreet Boys auf die Bühne, der gewohnte Boygroupkost servierte. Nichts besonderes.

11.Frankreich:
Auch hier völlig am Thema vorbei, wurde der Zuschauer doch mit Operngesang beglückt. Stimmgewaltig, aber nichts für einen ESC.

12.Italien:
Italien bot Jazz am gläsernen Flügel. Passte aus meiner Sicht auch nicht zum ESC, sondern eher in eine verrauchte Jazzbar.

13.Schweiz
Italiens Nachbarland Schweiz schickte einen fantastischen Song ins Rennen. Langsam, rythmisch und toll performed. Zwar ist der Refrain mit seinem „Nananana“ etwas textlahm, dennoch großartig gesungen.

14.England:
Für England traten die alten Schmalzbuben von Blue an. Vor dem ESC nochmal schnell 2 monate ins Fitness-Studio geschickt um die faltige Haut wieder zu straffen, boten die vier Jungs gewohnte Boygroupunterhaltung. Sowohl Song als auch Performance

15.Moldau:
Tom Gerhard trifft die 7 Zwerge und kifft bis die gute Fee auf dem Einrad vorbei kommt. Anders kann man diesen Auftritt nicht beschreiben. Es muss wohl jedes Jahr einen Teilnhemer geben der völlig aus dem Raster fällt. Wer dachte die springenden Fruchtzwerge aus Irland seien der Höhepunkt gewesen, wird spätestens bei dieser Performance eines Besseren belehrt.

16.Deutschland:
Nun kommt unsere Titelverteidigerin Lena zum Zug und bot uns eine völlig neue Lena. Aus dem frechen, kindlichen Mädchen war ein heißer und verfürerischer Vamp geworden. Ihre Mimik spielte mit dem Zuschauer. Einzig das tanzende Sperma im Hintergrund passte nicht ganz zu der Performance. Völlig allein auf der gewaltigen Bühne hätte sie aber auch etwas verloren gewirkt. Doch so gut die Performance auch war, der Song riss mich einfach nicht vom Hocker. Etwas schneller und ausgeflippter hätte es doch schon sein dürfen.

17.Rumänien:
Auch Rumänien gefiel mir wirklich gut. Eine eingängige Melodie, doch es stach einfach nicht wirklich hervor.

18.Österreich:
Eine stimmgewaltige Sängerin trat für unser Nachbarland an. Aber auch dieses Lied sucht man eher auf einem Soundtrack oder wenn man einer Frau die alles Entscheidende Frage stellt „Willst du mir mir schlafen“.

19.Aserbaidschan:
Eine toller Song welchen man bestimmt auch bei der nächsten Eiskunstlaufmeisterschaft zu hören bekommt. Toller Refrain und eine romantische Performance auf der Bühne.

20.Slowenien:
Tolle Musikkost die die Dame dort ablieferte. Trotz toller Stimme ging ihr Gesang dank der Backgroundsängerinnen teilweise etwas unter. Besonders gefallen hat mir die Mischung aus orchestraler Hintergrundmusik mit rockiger Gitarre gemischt.

21.Island:
Der Auftritt von Island erinnerte mich irgendwie an den damaligen Auftritt von Olli Dietrich und Texas Lightning. Gute Musik, die auch gute Laune verbreitet, aber doch auch irgendwie fehl am Platz.

22.Spanien:
Spanien gefiel mir wieder ausgezeichnet. Nicht nur das hier endlich mal wieder in der Heimatsprache gesungen wurde, der Song versetzte mich in Urlaubsfeeling und passte 100%ig zu Spanien. Feurig und rythmisch mit potential zu einem Sommerhit. Sowas will ich beim ESC sehen. Dank der englischen Sprache gehen die einzelnen Nationen im Einheitsbrei unter. Nicht so Spanien.

23.Ukraine:
Neben dem Gesang bot die Ukraine noch eine Sandmalerien die während der Performance tolle Bilder zauberte. Allerdings lenkte das von dem Song ab, der durchaus gut vorgetragen wurde. Doch auch hier gab es nichts Herrausragendes.

24.Serbien:
Die serbische Künstlerin performte wieder in ihrer Muttersprache was man ihr hoch anrechnen muß. Allerdings ging die Bühnenshow überhaupt nicht. Knallig bunte Farben und die Kostüme versetzten uns in die Sechziger zurück. Während auf der riesigen Leinwand bunte Spiralen LSD-Nutzer ins Delirium beförderten, ging die eigentliche Perfomance darin unter. Auserdem schreiben wir das Jahr 2011 und nicht 1967.

25.Georgien:
Georgien überraschte mich mal wieder. Ein sanfter Einstieg verwandelte sich plötzlich in ein Gewitter aus Gittarenriffs und Blitzlicht. Damit hatten mich die Künstler schonmal auf ihrer Seite, bis in der zweiten Strophe das gerape losging, was aus miener sicht überhaupt nicht in den song passte. Danach zwischenzeitlich etwas Geschreie ins Mikro und sie hatten mich wieder. Mein persönlicher Favorit!

Das waren also alle Künstler und meine persönliche Meinung. Zum Abstimmungsergebnis möchte ich nicht mehr viel schreiben. Was dort wieder ablief ist einfach Blamabel und ich könnte immer noch abkotzen wie sich die Ostblock-Staaten die Punkte gegenseitig in den Arsch schieben. Das Lena nicht gewonnen hat auch etwas Positives. Diese Frau reißt sich seit über einem Jahr den Arsch auf, hetzt von einem Termin zum anderen. Jetzt hat sie auch mal etwas Atempause verdient. Was mir bleibt ist eine unvergessen Moderation durch das tolle Moderatorentrio.
Nicht zu vergessen ist aus meiner Sicht auch der Auftritt von Jan Delay der das Publikum richtig zum mitswingen brachte und ein Feuerwerk der guten Laune abfeuerte.

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