Review: Operation Flashpoint – Dragon Rising [PC]

Gespannt wartete ich seit der „offizielle“ Nachfolger zu OFP angekündigt wurde. Hatte ich doch die Hoffnung das ich das er nahtlos an OFP anknüpft. Angefixt durch die ersten Trailer und InGame Screenshots steckte ich nicht nur die grafischen Erwartungen dementsprechend hoch.
Jedoch weit gefehlt. Nicht nur grafisch wird man enttäuscht werden, auch spielerisch muss man viele Abstriche in Kauf nehmen. Die Grafik ist zwar stimmig und wäre für ein Spiel mit dem angekündigten Inhalten auch ausreichend, allerdings sahen die ersten Bilder und Videos dieses Spiels bedeutend realistischer aus. Doch selbst die schönste Grafik könnte nicht über den gebotenen Inhalt hinweg täuschen.

Die Single-Player Kampagne umfasst 11 Missionen die völlig lieblos aneinander gereit worden sind. Ein Bezug zu den 2 spielbaren Charackteren fehlt völlig. Auch die Präsentation der Story gehört mit zu dem schwächsten was man in den letzten Jahren gesehen hat. Es gibt ein auf modern getrimmtes Intro welches einen überhaupt nicht in die passende Stimmung bringt und welches die vergangenen Kriege und Kämpfe um die Insel zeigt. Das wars mit Storytelling, den sehr viel mehr erfährt man auch nicht in den Missionen. Diese werden jeweils durch ein Briefing eingeleitet, welches jedoch nur in Textform besteht. Bei den Missionen selbst legte man wohl abenfalls wenig wert auf Abwechslung. Im Zum Grossteil geht es darum als Vorhut diverse Stellungen zu eliminieren um damit ein gefahrloses Vorrücken der Infanterie zu ermöglichen. Es gibt 2-3 Missionen die von diesem Schema abweichen und somit Abwechslung bieten. Desweiteren steht man in den Missionen immer unter Zeitdruck. Somit ist ein freies Erkunden der Insel unmöglich, zumal die Mission als gescheitert gilt wenn man sich zu weit vom „Einsatzgebiet“ entfernt. Unter „Frei erkundbar“ stell ich mir etwas anderes vor. Die KI Begleiter machen ihre Arbeit zum Grossteil ordentlich ausser in kritischen Situationen wenn man sie am meisten braucht versagt sie. Besonders auffallend verhält sich hier der Sanitäter. Auch das steuern von Fahrzeugen während der Kampagne kann man sich an einer Hand abzählen. Aber wo will man auch grossartig hin, wenn einem die Freiheit so eingeschränkt wird.

Aber was soll man von der SP-Kampagne erwarten? Liegt doch dank Editor das Hauptaugenmerk auf dem Multiplayer-Part des Spiels. Doch schon wieder ein Schuss vor den Bug. Codemasters hat es geschafft ganze 3 Spielmodi und 4 MP-Karten (die 11 Karten der Kampagne aussen vor) bereitzustellen. Zu den Modi gesellen sich der Koop-Modus, Infiltration und Vernichtung. Letzterer stellt das typische Team-Deathmatch dar während bei Infiltration ein Team einen speziellen Punkt einnehmen und das andere Team verteidigen muss. Wer sich hier auf umfangreiche Schlachten einstellt wird wieder mal enttäuscht sein. Die Grösse eine MP-Karte wurde auf 2×2 km beschränkt. Hinzu kommt das bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Dedicated-Server verfügbar sind. Man hostet das Spiel also auf seinem eigenen Rechner. Wie sich das auf den Ping und die damit verbundene Spielbarkeit auswirkt kann sich wohl jeder selber denken. Doch um an Mehrspielergefechten teilzunehmen muss man erstmal den Weg in die MP-Lobby schaffen. Diese ist zu Stosszeiten (ca.14-23Uhr) kaum zu erreichen, da Codemasters auf eine CD-Key Abfrage verzichtet/vergessen hat.

Die Steuerung ist präzise und sehr direkt. Die Steuerung der Bodenfahrzeuge ist das genaue Gegenteil. Diese ist so ungenau und schwammig, das man wahrscheinlich nicht sehr weit kommt. Wie dies möglich ist weiss Codemasters wohl nur selber, den immerhin wurde CMR-Dirt auf der selben Engine entwickelt. Das Befehlsmenu hat man nach relativ schnell verinnerlicht. Aber auch hier ist Platz zur Verbesserung. Sobald man das Befehlsmenu aufruft kann man sich nicht mehr bewegen. Auch hat Codemaster auf das heutzutage standartmässige Leaning verzichtet. Somit ist es einem nicht möglich aus der Deckung heraus um Ecken zu spähen.
Grafisch bekommt man verwaschene Bodentexturen und eine eingeschränkte Sichtweite zu sehen. Gegner die sich auf grösserer Distanz im Gras verstecken sind leicht auszumachen da das Gras auf grössere Entfernung einfach ausgeblendet wird. Dafür läuft das Spiel auf älteren Rechnern sehr flüssig.

Der Editor präsentiert sich recht Einsteigerfreundlich. Lässt dadurch aber auch an Umfang zu wünschen übrig. Bei mehr als 40 unterschiedlichen Fahrzeugen/Einheiten ist Schluss und die Mission wird nicht geladen. Die selbst erstellten Missionen lassen sich komfortabel aus dem Editor heraus starten und das mit kurzen Ladezeiten.

Alles in allem bleibt nicht viel von dem ArmA Konkurenten übrig. Man merkt an jeder Ecke das es sich um eine Konsolenportierung handelt (kein CD-Key). Der SP-Part ist in weniger als 7 Stunden durchgespielt und der MP-Part ist derzeit nur mit grossen Abstrichen spielbar. Von dem anfänglich Versprochenem ist wenig übrig geblieben. Wer einen echten OFP Nachfolger oder einen ArmA Konkurrenten erwartet wird bitter entäuscht. Wer einen leicht erlernbaren Taktikshooter sucht könnte hier fündig werden.

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