Review: Sniper Elite 3

Alle Sniper-Fans können noch einmal ausatmen, bevor es wieder Zeit ist die Luft anzuhalten, zu zielen und abzudrücken. Rebellion schickt euch zum dritten Mal in den zweiten Weltkrieg um für Unruhe hinter den feindlichen Linien zu sorgen. Bleibt nur noch eine Frage. Ist der dritte Teil der Sniper Elite Serie ein Rohrkrepierer, oder trifft der Titel voll ins Schwarze?

Zum nunmehr dritten Male schickt uns Rebellion in den zweiten Weltkrieg um in der Rolle von Karl Fairburne hinter den feindlichen Linien Unruhe zu stiften und die ein oder andere Kugel durch Stahlhelme zu jagen. Diesmal verschlägt es den OSS Agenten nach Afrika. Um genau zu sein nach Nord-Afrika wo neben der sengenden Sonne, noch deutsche und italienische Truppen ihr Unwesen treiben. Doch Karl Fairburne ist aus einem ganz speziellen Grund nach Afrika gereist. Es gibt Gerüchte über eine deutsche Superwaffe die den Ausgang des Krieges entscheiden könnte. So schultern wir unser Scharfschützengewehr und sammeln Stück für Stück Informationen über diese Waffe. Um was es sich genau handelt möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber es handelt sich um etwas Großes.

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Die Geschichte wird zum einen in den Zwischensequenzen erzählt die aus gezeichneten  Bildern bestehen und zum anderen in den Missionen durch Briefe und Berichte die wir in den 8 Missionen finden können. Wer eine tiefgründige und epische Story erwartet wird enttäuscht werden. Den Sniper Elite 3 schippert eher in sanften Gewässern was die Geschichte und die Erzählweise angeht. Großen Tiefgang oder einen Spannungsbogen suchen wir selbst durch ein Fernglas vergebens. Die Spannung entsteht eher in den Missionen, wenn man sich in den weitläufigen Arealen in mühevoller Arbeit an Wachen vorbei geschlichen, Gegner markiert und leise ausgeschaltet hat. Jeder kleinste Fehler könnte die Aufmerksamkeit der feindlichen Truppen auf sich lenken was in den meisten Fällen mit dem eigenen Tod endet, wenn man es nicht schafft die Stellung ungesehen zu wechseln. Leises und taktisches Vorgehen ist hier also gefragt. Zwar können wir auch ein vollautomatisches Gewehr mitnehmen, allerdings ist dies nicht nur extrem laut sondern auch mindestens genauso ungenau. Die meiste Zeit kommt unser Scharfschützengewehr, die schallgedämpfte Wellrod und natürlich unser Fernglas zum Einsatz. Damit markieren wir Gegner aus sicherer Entfernung, welche dann auch durch Hindernisse als graue Silhouette dargestellt werden und für uns somit immer sichtbar sind. Einmal markiert ist es eigentlich ein leichtes diese auszuschalten sollt man meinen. Doch leider gibt es da noch diverse Sachen die man beachten muss. Zum einen gibt es je nach Schwierigkeitsgrad noch den Abfall der Kugel, die Windrichtung und deren Geschwindigkeit zu beachten, zum anderen hinterlässt jeder Schuss ein lautes Geräusch welches jeden Gegner in einem großen Radius auf uns aufmerksam macht. Um dies zu verhindern müssen wir nach Möglichkeit ein Störgeräusch finden welches unsere Schüsse übertönt. Das können über uns fliegende Flugzeuge, Artilleriegeschütze, Fehlzündungen von deutschen Fahrzeugen oder von uns sabotierte Aggregate sein. Letztere sind an diversen Stellen auf den Karten verteilt und für uns somit sehr gern gesehene Standorte. Leider bieten diese Geräuschquellen aber keinen anhaltenden Krach und somit müssen unsere Schüsse im richtigen Moment abgegeben werden. Ein wenig Timing ist hier gefragt. Dann noch schnell die Luft anhalten, richtig zielen und abdrücken. Dank der schon im Vorgänger eingesetzten „X-Ray Kill Cam“ können wir genau sehen welchen Schaden unsere Kugeln anrichten.

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Schaffen wir es nicht die Gegner aus sicherer Entfernung zu erledigen stehen uns noch weitere Möglichkeiten zur Verfügung um uns den Widersachern zu entledigen. Wir können uns von hinten heranschleichen und sie leise im Nahkampf mit dem Messer erledigen, ihre Routen studieren und sie in einer stillen Ecke mit der leisen Wellrod per Kopfschuss ausschalten, oder diverse Ablenkungsmanöver zu unserem Vorteil nutzen. Ob Steine werfen, ein Feuerchen entfachen welches auch leicht entzündliche Gegenstände wie Munitionskisten oder Benzinfässer zum explodieren bringen, oder Fahrzeuge zum fackeln bringen. All das zieht die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich. In Kombination mit dem großen Arealen welche recht frei begehbar sind steht uns somit eine Vielzahl an taktischen Möglichkeiten zur Verfügung. Wir sollten aber darauf achten das die Wege der Patrouillen nicht mit Leichen gepflastert sind. Sollte dies der Fall sein, müssen wir die leblosen Körper aufsammeln und in einer ruhigen Ecke ablegen. Wenn wir ein schönes Plätzchen unter der afrikanischen Sonne gefunden haben, sollten wir uns auch gegen ungebetenen Besuch absichern. Dazu stehen uns Minen und Stolperfallen zur Verfügung die für so manche böse Überraschung sorgen können.  Je nachdem wie wir uns dem Gegner entledigen rasseln Erfahrungspunkte auf unsere Konto die unseren Rang in die Höhe treiben. Ob man lieber im Singleplayer oder im Multiplayer auf Punktejagd geht, bleibt einem selbst überlassen. Neben den Hauptaufgaben in jeder Mission gibt es noch einiges an Nebenmissionen, die uns nicht plump auf das Auge gedrückt werden, sondern die erst Erscheinen wenn wir gewisse Informationen finden oder in einem Gebiet etwas erkundschaftet haben. Dank der vielen Aufgaben und der taktischen Planung kann man in den Missionen teilweise 2 Stunden oder mehr verbringen. Zwar kann man auf seinem Weg auch viel abkürzen und umgehen, aber Sniper Elite lebt davon die Missionen möglichst ausgeklügelt zu lösen.

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Wer die Missionen nicht allein bewältigen möchte kann diese gemeinsam mit einem Freund im Online-Koop Modus tun, indem man die komplette Kampagne beendet. Zudem gibt es noch Herausforderungen welche man ebenfalls zu zweit oder auch allein bestreiten kann. Obendrauf gibt es einen Multiplayermodus mit 5 Spielmodi. Neben den gewohnten Deathmatch Varianten gibt es noch einen einzel- und einen teambasierten Wettkampf über die größte Entfernung. Wer vor bösen Überraschungen gefreit bleiben will, der tritt bei „Kein Übertritt“ gegen das gegnerische Team an ohne Gefahr zu laufen das gegnerische Spieler die eigene Seite der Karte betreten. Leider gibt es auf der PS4 gravierende Bugs welche dem Multiplayer Modus massivst den Spaß rauben. Daher ist schwer derzeit eine Aussage über den Multiplayer Part des Spiels zu treffen. Doch dazu unten mehr.

Fazit:
Rebellion schafft es gut den Spagat zwischen Realitätsnähe und Spielspaß hinzubekommen. Sniper Elite 3 ist weder eine Ballerorgie, noch eine Simulation. Es ist auch nie so schwer das man entgeistert aufgibt oder [Achtung Wortspiel] frustriert die Flinte ins Korn werfen will. Das Einzige was einem derzeit wirklich gewaltig den Spielspaß trüben kann sind die zahlreichen Bugs (Dazu mehr im Extratext weiter unten). Wer einen linearen Action-Shooter mit wendungsreicher Story erwartet sollte die Finger von dem Spiel lassen. Alle die gerne Taktieren, aus dem Schatten töten und sich Zeit lassen um ihre Planung zu verwirklichen und möglichst unentdeckt bleiben wollen, werden bei Sniper Elite ihren Spaß haben. Die weitreichende Areale bieten genug Möglichkeiten um diverse Taktiken in die Tat umzusetzen. Das Einzige was fehlt ist ein wenig die Abwechslung. Zwar gibt es einige Levels die nicht nur aus Sand und Sonne bestehen, doch die meiste Zeit stapfen wir durch den warmen Wüstensand. Ich hatte viel Spaß mit dem Titel und werde Afrika sicher nochmal mit einem Koop-Partner unsicher machen.

Ich habe es bereits in den ersten Minuten erlebt das ein deutscher Soldat einfach durch einen Wall von Sandsäcken marschiert ist. Gegner können teilweise durch Gegenstände sehen und wenn man es nach diversen Versuchen auf der PS4 endlich mal schafft in den Multiplayer Modus zu kommen, kann es vorkommen das einem dort  Körperlose Spieler über den Weg laufen bei denen man außer Kopf und Waffe nichts sieht. Dies scheint wohl nur bei einem bestimmten Skin der Fall zu sein, doch  hier muss Rebellion dringend nachbessern. Denn bis jetzt habe ich es gerade erst zweimal geschafft eine Multiplayer Partie zu spielen.

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