Review: Wet [PS3/uncut]

Rubi Malone sitzt über einem Glasdach auf einem Dachvorsprung. Weit unter ihr findet eine Deal statt. Umgeben von mehreren bewaffneten Männern sitzen zwei an einem Tisch und eine mysteriöse Kiste wechselt den Besitzer. Doch im Gegenzug gibt es kein Bares, sondern Blei! Während unten Chaos herrscht, stösst sich Rubi vom Vorsprung ab und hechtet Kopfüber nach unten, zerschiesst das Glasdach und landet geschmeidig wie eine Katze auf ihren Füssen.

Nun dürfen wir Rubi selbst Steuern. In Standbildern kriegen wir die einzelnen Manöver erklärt. Nach jeder kurzen Erklärung dürfen wir diese Aktionen selbst ausführen. So bekommen wir Schritt für Schritt die Grundsteuerung beigebracht. Ob durch die Luft hechten, auf Knien rutschen oder an Wänden entlanglaufen. Während wir die Aktionen ausführen und gleichzeitig den Abzug unserer Bleipusten zum glühen bringen, läuft alles in Zeitlupe ab. Wir haben also genug Zeit die Gegner aufs Korn zu nehmen. Kommen uns die Schergen zu Nahe, ziehen wir unser Katana und gehen in den Nahkampf. So hetzen wir durch Räume, Hinterhöfe und über Häuserdächer, immer dem Mann mit dem Behälter hinterher. Auf einmal finden wir uns auf einem grösseren Platz wieder. Durch mehrere Türen stürmen unablässig Gegner. Die anstürmenden Feinde können wir nur aufhalten, wenn wir bestimmte Schalter die über die Arena verteilt sind mit unserem Katana bearbeiten. Dadurch werden die Türen verschlossen. Sobald alle Zugänge abgeriegelt sind kümmern wir uns noch um die restlichen Gegner und wir bekommen unsere Punktekonto angezeigt. Den für jeden Abschuss bekommen wir Punkte gutgeschrieben für die wir uns Upgrades freischalten lassen können. Nach einer rasanten Verfolgungsjagd bei der wir durch Quicktime-Events ausgelöst von Wagendach zu Wagendach hechten, landen wir auf dem Wagen indem unsere Zielperson sitzt. Nach einer kurzen Ingame Sequenz schnappen wir uns den Behälter und eine längere Zwischensequenz folgt. Dort werden wir zum ersten mal aufgeklärt was sich in dem Paket befindet und was Rubi antreibt.

Wet steht in diesem Fall für „Wet Work„. Also für sogenannte Auftragsmorde. Somit steht fest unsere Akteurin Rubi sieht in diesem Spiel nicht nur Rot, sondern auch Dollarzeichen. Nachdem ersten oben beschriebenen Auftrag landen wir in ihrem trauten Heim. Einen alten Schrottplatz irgendwo in Texas. Dort müssen wir mehrere Parkours in einer vorgegeben Zeit durchlaufen bevor wir unseren nächsten grossen Auftrag bekommen der die Grundlegende Story von Wet ist. Spätestens jetzt setzen die ersten Frustmomente ein. Denn bereits während der Verfolgungsjagd möchte man dank der Quicktime-Events manchmal einfach den Controller in die Ecke feuern. Dass Training auf dem Schrottplatz schliesst sich nahtlos an. Zwar kann man dort Ziele zerschiessen, die einem Bonuszeit gutschreiben. Ist man jedoch einmal vom Dach eines Gebäudes gestürzt muss man über Umwege erstmal wieder hinauf gelangen. Die teilweise schlechte Kameraführung und die damit verbundene Steuerung trägt ihr übriges dazu bei. Auch im eigentlichen Spiel hat man teilweise Probleme, jedoch sind die Speicherpunkte grösstenteils fair gesetzt. Nach jedem unfreiwilligen Ableben findet man sich auf dem Ladebildschirm wieder. Das hätte man heutzutage auch anders lösen können.
Anfangs ist man vom Spielprinzip noch recht angetan. Doch nach ein paar Stunden fällt einem deutlich auf das sich alles recht stupide wiederholt. Nach einiger Lauf- und Akrobatikarbeit kommt man immer wieder in die oben beschriebenen Arenen. Kleinere immer gleiche Zwischengegner schwächen wir immer im Fernkampf bis er so geschwächt ist, das wir in im Nahkampf ausschalten können. Richtige Bossgegner werden durch Quicktime-Events besiegt.
Zur Story muss man nicht viele Worte verlieren. Es ist eine einfache Rachegeschichte die die Level aneinander reiht. Sonderliche emotionale Momente sucht man vergebens.

Grafisch ist der Titel etwas altbacken. Im Vergleich zu aktuellen Next-Gen Titeln wirkt Wet teilweise wie ein PS2 Spiel. Allerdings kann das Spiel durch den Look grosse Pluspunkte sammeln. Ein Störfilter legt sich dauerhaft über das Geschehen auf dem Bildschirm. Somit wirkt alles wie ein alter Grindhouse Film aus den vergangenen Tagen. Ein weiterer grosser Pluspunkt ist die Musik die den gewollten Stil nochmals unterstreicht und perfekt ins Geschehen passt.

Fazit: Von der Demo war ich Anfangs recht angetan. Ich mochte vor allem den Stil des Games der mir bereits bei HotD:Overkill schon sehr gefallen hatte. Der Stil und die Härte des Titels ist mal eine nette Abwechslung. Allerdings kann die Story und die Grafik nicht vollends überzeugen. Das Spielprinzip wird relativ schnell öde und übrig bleibt ein Spiel für Erwachsene welches man sich für ein, zwei Abende aus der Videothek ausleihen sollte.

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