Review: Trials Fusion

Die Welt wird immer kleiner unter euch, ihr habt das Gefühl der Schwerelosigkeit unter euren Füssen. Ihr fühlt euch frei wie ein Vogel im Wind. Jetzt noch ein wenig das Gewicht nach hinten verlagern, die Beine zur Seite spreizen und das Lenkrad hochziehen. Die Welt um euch dreht sich, es ist eines der besten Gefühle aller Zeiten, jetzt bloß nicht die Landung versau…

…BAM! Schneller als ein Klitschko zuschlagen kann ist all das wohlige Gefühl vergessen und wir müssen neben unserem Crossbike auch unsere Knochen wieder zusammen suchen. Wir ziehen uns den Helm vom Kopf, spucken den staubigen Sand aus dem Mund und schwingen uns wieder auf das Crossbike. Den in dem neusten Ableger der Trials-Reihe geht es mal wieder nur um eins. Möglichst fehlerfrei und ohne größere Blessuren ins Ziel kommen. XBOX und PC Besitzer erfreuen sich schon länger an der Trials Serie. Nun hat das beliebte Geschicklichkeitsrennspiel auch den Weg auf Sonys Konsole gefunden und sorgt für herausfordernden Spielspaß und das nicht nur für Solospieler. Doch alles der Reihe nach.

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Wer bei Trials Fusion eine wahre Evolution erwartet mag eventuell enttäuscht werden, denn der Titel bietet lediglich mehr von der gewohnten Kost. Eine Story oder einen komplexen Karrieremodus gibt es nicht. Hier ist alles sehr auf das Wesentliche beschränkt. Wir spielen Strecke für Strecke und sammeln je nachdem wie gut oder schlecht wir sind Medaillen. Dabei unterscheiden sich die Arten der einzelnen Strecken. Zum einen gibt es Strecken in denen Neulingen die Steuerung nahegelegt wird, oder Strecken in denen wir waghalsige Stunts machen müssen um entweder unser Punktekonto zu füllen oder eine gewisse Distanz überwinden müssen und dann gibt es noch die Strecken bei denen es nur darum geht möglichst schnell und Fehlerfrei die Ziellinie zu überqueren. Doch bevor wir diese erreichen ist es ein harter Weg und so kann es uns nur Recht sein, das es zahlreiche Checkpoints auf den Strecken gibt. Sind diese einmal passiert und aktiviert, starten wir von nun an diesen. Natürlich können wir auch wieder am Streckenanfang starten wenn es darum geht perfekt und fehlerfrei zu fahren.

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Je nachdem wie wir auf den entsprechenden Strecken abschneiden bekommen wir Medaillien. Diese sammeln wir und wenn wir eine gewisse Anzahl erhalten haben schalten wir dadurch neue Strecken frei. Dabei ändert sich nicht nur das Setting, sondern natürlich steigt auch der Schwierigkeitsgrad permanent an. Anfangs kann man die Strecken noch mit Vollgas nehmen und ohne große Rücksicht drauf los preschen. Doch je weiter wir kommen und je mehr Bikes wir freispielen umso anspruchsvoller wird nicht nur das Streckendesign, sondern auch die Steuerung. Kaum ist man froh das Bike auf der Piste zu halten, schon macht man die ersten Loopings, Bunny Hops und muss gefühlvoll mit dem Gaspedal hantieren. Denn nur wer richtig dosiert Gas gibt, abbremst und den Schwung für Sprünge nutzt kommt weiter. Dank des zweidimensionalen Gameplays kann man sich auch genau darauf konzentrieren. Dennoch gibt es genug Herausforderungen. Denn bis man die Strecken meistern kann dauert es seine Zeit.

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Zwar sind die Strecken schön detailliert gestaltet und im Hintergrund tut sich auch so einiges, doch wenn man zum gefühlt Tausendstel mal an einem Checkpoint anfängt, zaubert einem das auch kein Lächeln mehr auf das Gesicht. Man muss schon sehr frustresistent sein und einen kühlen Kopf bewahren um an manchen Hindernissen vorbei zu kommen. Allerdings bleibt das Spiel immer fair. Wenn man an einer Stelle nicht weiterkommt, mag dies zwar hart und frustrierend sein, aber es ist alles machbar und so liegt es am Spieler selbst sein Können zu verbessern und so stetig besser zu werden. Auch wenn man teilweise verkrampft das Gamepad festhält, seine Finger verknotet und sich nur mit viel Glück durch den nächsten Checkpoint rettet, aber genau dieses Erfolgsgefühl beflügelt zum weiterspielen.

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Je weiter wir auf der Karriereleiter vorran kommen umso größer wir auch unser virtueller Geldbeutel. Von diesem können wir Kostüme für unseren Fahrer kaufen und unsere Bikes optisch anpassen. Letztere spielen wir übrigens nach und nach frei. Von Beginnerbike bis hin zum Profizweiräder ist alles vertreten. Sogar ein Quad können wir auf einigen Strecken fahren. Allerdings können wir nur bestimmte Strecken damit befahren. Gleiches gilt für das Stuntbike, welches auch nur auf entsprechenden Strecken fahrbar ist.

Zwei wichtige Punkte müssen noch erwähnt werden. Zum einen der Streckeneditor mit dem man sich selbst kreativ austoben kann und seine Kreationen mit der Spielerschaft teilen kann. Dies sorgt umgekehrt für eine schier endlose Auswahl an Strecken die von den Spielern erstellt wurden. Langeweile kommt also nicht so schnell auf. Auf der anderen Seite muss man noch den Mehrspielerpart erwähnen der wie bei den Vorgängern einfach ein unglaublicher Spassfaktor ist. Zwar ärgert man sich bei seinen Fehlern, aber es ist zum Ausgleich sehr erheiternd seinen Mitspielern beim Fehler machen zuzuschauen. Leider ist ein Onlinemultiplayerpart „noch“ nicht integriert.

Fazit:
Wer Herausforderungen liebt, Zeit hat sich mit der Steuerung anzufreunden und ein wenig Frust resistent ist für den könnte Trials Fusion durchaus interessant sein. Abwechslungsreiche und dank der Community endlos viele Strecken warten nur darauf gemeistert zu werden. Und wer dem Ganzen noch einen draufsetzen will, der verbindet das Ganze noch mit spektakulären Stunteinlagen. Bleibt nur die Frage welche Version kauf man sich. Es gibt zum einen die mit Seasson Pass und die ohne. Wer mit Trials noch keinen Kontakt hatte und erst m al reinschnuppern will, sollte zur günstigeren Variante greifen. Wer die Vorgänger kennt und nicht genug bekommen kann, der kann sich gut und gerne die doppelt so teure Version zulegen. Für alle die eine Disc im Regal haben wollen stellt sich diese Frage sowieso nicht. Denn die Ladenversion beinhaltet sowieso den Seasson Pass welcher 6 DLC’s enthält. Ich werde jetzt noch ein wenig die staubigen Strecken unsicher machen und Bestzeiten hinterherjagen.

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